Sie sind hier:

Strom im Unterricht

Fußball

Flammengeister

Besuch einer Moschee

Seder-Feier

Lesenacht

Namensfest Martinus-Schule

Rauminhalte

Erntedank

Englisch in der Klasse 2 a

Mathematik

Flowventure: 1. Preis

Maße und Gewichte

Bunt ... und hoch hinaus!

Klassenfahrt des 4. Schuljahres

Das Ohr

Das Mittelalter

Flachsaussaat 2019

Flachsernte 2019

Flachsdiplom 2019

Allgemein:

Startseite

Haftungsausschluss

Letzte Änderung

Sitemap

Kontakt

Impressum

Datenschutzerklärung

Verordnung im Umgang mit Schülerdaten

Der Flachs wuchs auf unserer kleinen Parzelle ganz gut und wegen des trockenen Sommers blieb das Beet auch ziemlich frei von Unkräutern und unsere Pflanzen sind trotzdem ganz gut gewachsen und haben lange Stengel gebildet.

Mit unserer Ernte sind wir dann am Dienstag, dem 8.10.2019, ins Flachsmuseum gefahren. Dort lernten wir die weitere Verarbeitung des Flachses kennen.

"Wie kommt der Maulwurf zu seiner Hose?" Die einzelnen Arbeitsschritte vom Flachshalm bis zum Leinenfaden, der dann auf dem Webstuhl zu einem Leinenstoff wird, wurden uns nicht nur erklärt, sondern wir mussten die einzelnen Schritte auch machen. Nur so gelangten wir zu unserem Flachs-Diplom.

Herr Wimmers, den wir schon von der Aussaat des Flachses kannten, begrüßte uns im Museum. Er und viele Helferinnen und Helfer zeigten uns die einzelnen Schritte der Flachsverarbeitung.

"Ih, stinkt das!" Dieser üble Geruch entsteht, wenn man den geernteten Flachs in Wasser legt. So macht man die Halme weich und die holzige Schicht löst sich besser ab. Sie fault. Da kann man sich vorstellen, wie es früher in den Dörfern nach Jauche stank!

Herr Wimmers bei der "Arbeit"!

Die einzelnen Flachsfäden waren viel zu dünn, man konnte sie leicht reißen. Also mussten sie miteinander verdreht werden. Das ging mit einer Spindel. Daran hatte sich Dornröschen gestochen und schlief zusammen mit dem ganzen Hofstaat 100 Jahre. Später wurde das Spinnrad erfunden. In einem Film sahen wir, wie damit gearbeitet wird. Am Webstuhl werden dann die einzelnen Fäden zu einem Stück Stoff gewebt, dem Leinen.

Schüler bei der "Arbeit"!

Nachdem Herr Wimmers uns das alles ausführlich erklärt hatte, ging es für uns an die Arbeit. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt: die Weber und die Drecksarbeiter.

Die Weber mussten an kleinen Webrahmen die Fäden mit einem Schiffchen durch die vorgespannten Leinenfäden ziehen. So entstand der Stoff. Frau Claßen erklärte uns, wie man das macht.

Herr Schloemer erklärte uns draußen die Arbeitsschritte:

Nachdem beide Gruppen als Weber und Drecksarbeiter alle Schritte ausprobiert hatten, war Frühstückspause. Wir sahen in der Pause den Film: "Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam". Darin wurden noch einmal alle Schritte wiederholt.

Neben der Herstellung von Kleidung wurde Flachs auch noch anders verwendet. Ein wichtiges Produkt, dass aus den Leinsamen hergestellt wird, ist das Leinöl. Diesen Vorgang kann man heute noch in der Schrofmühle in Rickelrath beobachten.

Früher waren die Menschen sehr sparsam. Sie haben auch die Abfallprodukte der Verarbeitung des Leinen verwendet. Daraus konnten man z.B. Kartoffelsäcke, Seile, Spannplatten, Dämmmaterial, Löscheimer für das Löschen von Bränden ... herstellen.

Früher war die Gefahr von Bränden noch viel größer als heute, weil die Häuser als Fachwerkhaus aus brennbaren Materialien wie Holz und Lehm bestanden. Eine moderne Feuerwehr gab es noch nicht. Also musste damals in jedem Haus ein Löscheimer aus Leinen vorhanden sein. Bei Alarm musste jeder Einwohner in einer Reihe diesen Eimer mit Wasser weitergeben. Das ging hin und her und der Leineneimer war sogar ziemlich dicht!

Modern ist allerdings die Innenverkleidung von Autotüren mit Abfallprodukten aus Leinen, denn sie sind leicht, stabil und lassen sich so formen wie es im jeweiligen Fahrzeug gebraucht wird. (hier 5-er BMW)

Herr Wimmers lobte uns sehr, denn alle haben gut aufgepasst und gut gearbeitet. Deshalb bekamen wir alle das "Flachsdiplom".

Und zum Schluss, das war doch klar, packte Herr Wimmers "Tweety" aus. Wir kannten Tweety" schon, denn Herr Wimmers hatte seine kleine Gitarre schon bei seinem Besuch in unserer Schule mitgebracht. Er sang uns noch einmal das Flachslied vor, in dem alle wichtigen Punkte von der Aussaat bis zur Verarbeitung enthalten sind.

Danach haben wir noch ein paar Lieder zusammen mit Herrn Wimmers gesungen, zum Schluss sogar schon die "Weihnachtsbäckerei".

Wir bedankten uns bei Herrn Wimmers und seinem Team, denn an diesem Morgen haben wir viel gelernt.